Mit „Fake OFF“ reagiert die Landesregierung auf die wachsende Gefahr von gezielten Falschinformationen, Deepfakes und Verschwörungserzählungen, die sich rasant über Social Media verbreiten. Das Programm ist im Aktionsplan gegen Desinformation verankert, den das Land nach zunehmenden Angriffen auf demokratische Institutionen und Debattenräume aufgesetzt hat.
Im Zentrum steht das Ziel, Bürgerinnen und Bürger – insbesondere Jugendliche – so zu stärken, dass sie manipulativ aufbereitete Inhalte schneller erkennen und einordnen können. Dabei folgt „Fake OFF“ dem Ansatz, nicht moralisierend aufzutreten, sondern praxisnahe Orientierung für den digitalen Alltag zu bieten.
Fake OFF: Content Creators als Fakten-Scouts
Für „Fake OFF“ arbeitet die Landesregierung mit reichweitenstarken Content Creators aus NRW zusammen, die auf TikTok und Instagram gemeinsam mehr als zwei Millionen Follower erreichen. Zu ihnen zählen nach Angaben der Staatskanzlei unter anderem Gizem Çelik, Fabian Grischkat und Marie Joan, die bereits seit Jahren zu gesellschaftlichen Themen, politischer Bildung und digitalem Alltag publizieren.
In kurzen, plattformgerechten Clips erklären sie, wie Desinformation funktioniert, welche Mechanismen dahinterstecken und mit welchen einfachen Checks sich zweifelhafte Inhalte entlarven lassen. Die Creator fungieren damit als eine Art Fakten-Scouts, die komplizierte medienpädagogische Inhalte in verständliche, alltagstaugliche Tipps übersetzen.
Schulen, Challenges und Workshops
Ein Herzstück der Initiative soll eine „fakeOFF-Challenge“ sein, für die sich Schulen in ganz NRW bewerben können. Gewählte Schulen bekommen Besuch von einem der beteiligten Content Creators, der gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern ein interaktives Quiz zu Fake News, Deepfakes und digitaler Verantwortung durchführt.
Flankierend setzt das Land weiter auf bewährte Angebote wie Medienscouts NRW, die an über 1.200 Schulen bereits Ansprechpersonen für Fragen rund um digitale Medien, Desinformation und Hate Speech sind. Durch „Fake OFF“ werden diese bestehenden Strukturen enger an den Aktionsplan gegen Desinformation und die neuen Social-Media-Formate der Influencer angebunden.
Einordnung: Warum „Fake OFF“ jetzt kommt
Desinformation ist längst kein Randphänomen mehr, sondern wird gezielt eingesetzt, um Politik zu beeinflussen, Gesellschaft zu spalten und Vertrauen in Medien und Institutionen zu untergraben. Gerade nach heftigen Debatten, Polarisierung und digitalen Kampagnen rund um sicherheitspolitische Ereignisse in NRW verfolgt die Landesregierung den Anspruch, demokratische Resilienz zu stärken und Faktenräume zu schützen.
Der Ansatz von „Fake OFF“ verbindet klassische Medienbildung mit jugendaffiner Ansprache: statt Verbotsrhetorik setzt die Kampagne auf Aufklärung, Mitmachen und eine selbstbewusste Nutzung von Social Media. So soll aus passivem Konsum ein aktiver, kritischer Umgang mit Informationen werden – vom schnellen Faktencheck im Alltag bis zur bewussten Entscheidung, Desinformation nicht weiterzuverbreiten.
